Yoko Ono, Knokke 1986 Weiß auf Schwarz, New York 1978 Soul, 1968 Vorbeigänger, Paris 1967  © Monika Baumgartl Transformation 385 | © 1984 Monika Baumgartl Tanz 159 | © 1982 Monika Baumgartl Transformation 17 | © 1982 Monika Baumgartl Selbsbildnis | © 1979 Monika Baumgartl World Trade Center mit Mond und Flugschneise 7 | © 1978 Monika Baumgartl Sechzig Minuten um eine Stunde | © 1977 Monika Baumgartl 1 Stunde Sternenhimmel | © 1977 Monika Baumgartl Sekundensprung mit Mond 2 | © 1977 Monika Baumgartl 1 Sek 1 Min 1 Std | © 1975 Monika Baumgartl

Fotografie

Sie kommt vom Theater und der Performance, die in den 70erJahren den Kunstbegriff radikal erweitert haben, und zwar in ein Geschehen, das durch Zeit definiert und begrenzt wird. Diese Abläufe und Ereignisse verschwanden ins Universum der Erinnerungen, wenn sie nicht durch Film, Video und Fotografie festgehalten und reproduzierbar gemacht wurden.

So entstanden neue Kunstformen, genannt Fotokunst und Videokunst, die in den Museen und Sammlungen genau wie Bilder präsentiert werden.

Monika Baumgartl hat den Zeitbegriff dann aber noch anders definiert, indem sie ihn sichtbar gemacht hat auf dem fotografierten Nachthimmel. Durch Langzeit- und Mehrfachbelichtungen des Mondes, eingeteilt in Stunden Minuten Sekunden. Reihungen und Sequenzen des Lichts, durch die um 90 Grad gekippte Kamera sich kreuzende Lichtbahnen. Apostrophiert wie eine Partitur, Kompositionen mit der Bewegung des Universums. Akkumulationen des Erdtrabanten.

Der Mond ist Monika Baumgartls großes Thema, sie begann damit, seine Phasen, den Monat, in 28 Fotos einzufangen, das war in den 70er Jahren auf einer griechischen Insel, wo er jede Nacht zu sehen war. Auf ihren Reisen um den Globus, wo alles anders war, der Mond blieb immer der Selbe. Wie im heimischen Düsseldorf auf den Rheinwiesen, wo sie ihm entgegen sprang, entgegen ging und wo diese Sprünge und das Gehen wie Lichtkalligrafien oder übereinandergemalte Linien aus weißem Licht auf dem Foto erscheinen.

Noch früher hat sie die Entwicklung keimender Bohnen und anderer Samen in großformatigen Fotos sichtbar gemacht, ein Statement für das Wunder des Lebens. Auf großen Papieren ausgebreitet, täglich besprüht mit Wasser, verändern sich die Samen in explodierende, wuchernde, um sich greifende Wesen, jedes anders, die zusammen ein sich verdichtendes Gewebe bilden.

Monika Baumgartl hat außer der Fotografie noch andere Leidenschaften, das ist der Stepptanz und japanische Trommeln. In allem hat sie es zur Meisterschaft gebracht und sich in Reisen nach New York und Japan weitergebildet. Heute tritt sie mit der eigenen Trommelgruppe auf, die den Namen Tentekko trägt, und bei den Auftritten die Menschen begeistert.

Wir haben also den Rhythmus, den Mond und die Beziehung zwischen dem Universum und uns, sichtbar gemacht durch eine Künstlerin, die Schönheit und Perfektion in ihrer Arbeit zusammenbringt mit Gefühl und Disziplin, woraus letzten Endes jede gute Kunst besteht.

Januar 2008 Isolde Wawrin
© 2011 Monika Baumgartl